2. Grundsätzliches Selbstverständnis

Wie eingangs schon erwähnt, wird der Beginn unserer Arbeit auf der Beziehungsebene angelegt. Pädagogik hat bei uns folgenden Ansatz: Es geht konkret um das Verändern von Verhaltensweisen im Sinne und zum Wohl des Kindes / Jugendlichen. Wir fordern die Auseinandersetzung und akzeptieren keine Form der Vermeidung als Problemlösungsstrategie.

Es geht nicht um das Überdecken von abweichenden Verhaltensweisen, vielmehr geht es darum neue Tendenzen zu erarbeiten, zu ermöglichen, dass neue Erfahrungen gesammelt werden können. Dies gilt im positiven- (Abschluss der Schule, erfolgreiche Ausbildungsplatzsuche) etc. , wie auch für den eher unangenehmen Bereich, sich mit Konsequenzen des eigenen Fehlverhaltens auseinandersetzen zu müssen (Ableisten einer Arbeitsauflage etc.). Die Kausalität des Alltags muss begriffen werden, auch wenn Ursache und Wirkung zeitlich auseinander liegen. Ziel ist, die häufig bestehende ungünstige Dynamik für das Wohl der Kinder und Jugendlichen zu verändern. Dieser Veränderungsprozess versteht sich jedoch nicht als ein Konsumgut, sondern ist mit abhängig von der Mitwirkung der Kinder und Jugendlichen, die ihren Möglichkeiten entsprechend, eingefordert wird. Konkret geht es im pädagogischen Umgang mit den Kinder- und Jugendlichen um das Bewirken von Verhaltensveränderungen. Grundlegend schauen wir in der pädagogischen Arbeit nach vorne, haben die bisherige Biographie jedoch gegenwärtig.

In erster Linie geht es um eine Lebensweltorientierung, die unter der Berücksichtigung der individuellen Biographien angestrebt wird.

–         Ziel ist die Förderung der Verselbständigung des Adressaten.

–         Unterstützung bei der Entwicklung eines Lebenskonzeptes

–         Aufarbeiten von Defiziten, Veränderung der abweichenden Verhaltensweisen

–         Erlernen von Konfliktlösungsmöglichkeiten mit dem Ziel, sich situationsangemessen verhalten zu können.

–         Umgang mit Krisen, Erhöhung der Frustrationstoleranz

–         Aufbau und Verbesserung des Selbstwertes

–         Etc.

Die pädagogische Arbeitsweise

Die pädagogisch relevanten Techniken und Methoden sind lerntheoretisch ausgerichtet und werden in der wöchentlichen pädagogischen Konferenz auf ihre Einbindung und Umsetzung im Alltagsbereich hinein kritisch überprüft und in Form von formulierten Nahzielen fortgeschrieben. Durch fortwährendes Wiederholen und Operationalisieren der Nahziele kann unmittelbar auf milieubedingte  abweichende Verhaltensweisen reagiert und durch alternative Handlungsansätze korrigiert werden. Wir sind um eine ganzheitliche Sichtweise des Adressaten bemüht, d.h. Verhaltensweisen geschehen immer vor einem multikausalen Hintergrund.

Grundlage dieser Umgehensweise mit den Adressaten sind klare, eindeutige Strukturen, kurze Informationswege und überschaubare Kommunikationsstrukturen zwischen allen Beteiligten. Ziel ist, dem Adressaten eine berechenbare Größe gegenüber zu stellen bzw. an die Seite zu stellen, damit Identitätsfindung und Identitätsbildung vollzogen werden können.

Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung alpha versteht sich als Erprobungsrahmen für neue Verhaltensweisen und Verhaltenstechniken und als Regulativ im beschützten Rahmen. Die Einrichtung ermöglicht Raum für das Begreifen und Sammeln von Erfahrungen. Sie stellt jedoch auch soziale und emotionale Nischen sowie erforderliche Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.