3. Pädagogische Zielsetzung

Vorrangiges pädagogisches Ziel ist, die bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen in Schule, Beruf und Gesellschaft einzugliedern. Die Rahmenbedingungen unserer Arbeit setzen sich wie folgt zusammen.

1.- Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in einen geregelten Tagesablauf. Die Berücksichtigung der Rechte jedes einzelnen Gruppenmitgliedes und die Heranführung an die Pflichten haben einen hohen Stellenwert. Die Integration in das soziale System der Wohngruppe gelingt nur über die konsequente Auseinandersetzung mit dem bestehenden und verpflichtenden Regelsystem (Hausordnung, Tagesplan, Wochenplan).

2.- Eingliederung des Kindes oder Jugendlichen in die Gruppengemeinschaft. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, Erledigung der übertragenen Ämter etc..

3.- Vermittlung von Kulturtechniken, Hygiene, Essgewohnheiten, Einstellung zu Nahrungsmitteln mit dem Ziel eine bewusste Ernährungsweise zu erlernen.

4.- Förderung individueller Fähigkeiten über den Rahmen der Gruppe hinaus im externen Bereich (Interessen im Verein, Musik, etc.).

5.- Förderung durch einen vertrauensvollen Kontakt zu den in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung tätigen Pädagogen.

6.- Familienrückführung und Begleitung, wo es als möglich erachtet wird.

 Folgende inhaltliche und formale Vorgaben sollen unser Handeln leiten:

–     ganzheitliches Grundverständnis

–     klare und überschaubare Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen

–     Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter

–     Kooperatives Handeln

–     Öffnung zum Nahumfeld der Einrichtung, Einbindung in die gewachsene  Struktur des Ortes.

–     Enger Kontakt zu den Entsendestellen, Schulen und Ausbildungsbetrieben

–     Regionalität

3.1 Methodische Grundlagen

Die methodischen Grundlagen leiten sich aus unseren pädagogischen Ansätzen ab:

Dazu gehören u.a.:

–      Ressourcenorientierung

–      Interdisziplinarität

–      Gruppen- und Elternarbeit

–      Verhaltenstraining vor dem Hintergrund klarer Absprachen und konkreter Verbindlichkeiten

–      Monatsgespräch als Element der zeitnahen Reflektion

–      Elemente der Milieutherapie, der anthroposophischen Theorie sowie der klassischen Erlebnispädagogik (Natur, Körper, Gemeinschaft und Projekte)

–      Beratung

Konkrete Handlungsansätze:

Ziel ist, dem Alltag eine pädagogische Ausrichtung und Dimension zu geben. Grundlage der pädagogischen Arbeit ist der gemeinsam erlebte und verbrachte Alltag. Vielen Adressaten fällt es sehr schwer sich in Beziehung mit anderen Personen zu begeben, weil sie es  nicht können oder weil sie die Fähigkeit bisher nur marginal erlernen konnten.

Gemäß den Vorgaben des KJHG´s wird für jedes Kind ein individueller Hilfeplan mit allen Beteiligten (Jugendamt, Eltern, etc.) erarbeitet, überprüft und fortgeschrieben. Neben der ½ jährigen Fortschreibung des Hilfeplanes gem. § 36 KJHG kann auch kurzfristig, im Rahmen einer Krisenintervention, die Zielerreichung überprüft und verändert werden, um die Bedürfnisse des Adressaten berücksichtigen zu können. Die Mitwirkungspflicht des Adressaten hat einen hohen Stellenwert und wird eingefordert.